Eigenwirtschaftlicher Netzausbau im Kreis Coesfeld sorgt flächendeckend für schnelles Internet

Vorzeigeprojekt für NRW: Eigenwirtschaftlicher Netzausbau im Kreis Coesfeld sorgt flächendeckend für schnelles Internet

 

Der Zugang zum schnellen Internet wird Realität: Bereits 50 Prozent aller Haushalte im Kreis Coesfeld haben schon oder erhalten direkten Zugang zu Glasfasernetzen. Die Haushalte und Unternehmen profitieren von dem erfolgreichen eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau im ländlichen Raum, bei dem Netzbetreiber, Bürger und die Kommunen vor Ort engagiert und erfolgreich zusammenarbeiten.

Im Rahmen einer Baustellenbesichtigung in Nordkirchen-Capelle, wo die Unitymedia derzeit ein Glasfasernetz errichtet, zogen die Partner im Beisein von Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, kurz vor dem Jahreswechsel ein Zwischenfazit zum Gesamtprojekt.

 

 

Einen zentralen Erfolgsfaktor für diese gute Entwicklung nannte Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld, gleich zu Beginn. „Wir haben uns im Schulterschluss zwischen Kreis, Städten und Gemeinde sowie unserer Wirtschaftsförderung bereits 2010 auf ein klares Infrastrukturziel verständigt: Wir wollen ein flächendeckendes Glasfasernetz im Kreis Coesfeld. Und das nicht nur in den Innen-, sondern auch in den Außenbereichen“.

An der Erreichung dieses Ziel habe man in der Folge konsequent gearbeitet. Hierzu habe man gezielt den Kontakt und Austausch zu Netzbetreibern und Investoren aus der Telekommunikationswirtschaft gesucht, aber insbesondere auch zu Multiplikatoren in der Bürgerschaft – mit Erfolg, wenn man sich den bereits erreichten Versorgungsgrad anschaue, so der Coesfelder Landrat weiter. Zum Vergleich: In der Bundesrepublik haben durchschnittlich nur rund 7 % aller Anschlussnehmer direkten Zugang zu Glasfasernetzen.

Den Blick auf den Glasfaserausbau in Nordkirchen und Ascheberg warf Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann: „Nach etwas holprigem Start mit einem anderen Anbieter sind wir froh, dass wir mit der Unitymedia für die Innenbereiche und der Muenet GmbH für die Außenbereiche zwei starke Partner für unsere Region gewinnen konnten. Beide Kommunen bekommen ein flächendeckendes Glasfasernetz; stellenweise sind die ersten Anschlüsse bereits in Betrieb.

 

„Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, Bürgern und Netzbetreibern“

Für die Gemeinden Nordkirchen und Ascheberg ist das ein unverzichtbarer Standortfaktor, sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch unsere Unternehmen.“ Sein Ascheberger Kollege Dr. Bert Risthaus ergänzt: „Der Glasfaserausbau in Ascheberg und Nordkirchen ist ein exzellentes Beispiel, was durch intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, Bürgern und Netzbetreibern erreicht werden kann.“ Kommunen obliege es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Netzbetreiber die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines eigenwirtschaftlichen Ausbaus darstellen können.

Die privaten Partner seien dagegen für die Marktbearbeitung, die Planung, den Bau und den Betrieb des Netzes verantwortlich. Aber erst die Bürger, die im nachbarschaftlichen Austausch die digitale Zukunftsfähigkeit ihrer Gemeinde diskutieren und solche innovativen Technologien in ausreichender Anzahl annehmen, machten solche Projekte erfolgreich.

 

 

Daniel Kleinbauer, Senior Vice President Netzausbau bei Unitymedia, bestätigt dies: „Wir haben uns damals die Region angesehen und auch aufgrund der guten Gespräche sehr schnell beschlossen, dass wir hier investieren wollen. Mit unserem Beitrag zum Netzausbau im Kreis Coesfeld haben wir das Vorzeigeprojekt erheblich mitgestaltet und zeigen, wie verlässlicher Netzausbau in ländlichen Regionen funktioniert. Die Basis ist geschaffen – der Zug ins Digitalzeitalter steht für die Bürger zum Aufspringen bereit!“

Alle Beteiligten hoben das besondere Ausbaumodell für die Außenbereiche hervor. Die Muenet GmbH aus Rosendahl hat gemeinsam mit Landwirten einen Weg weiterentwickelt, dass Landwirte durch das innovative Pflugverfahren selber Leerrohre für die Glasfasern verlegen. Damit wird auch im dünn besiedelten Außenbereich ein Glasfaserausbau wirtschaftlich. „Ohne das enorme Engagement der Landwirte wäre das nicht möglich“, so das Fazit, verbunden mit einem großen Dank an alle, die sich in diese Projekte aktiv einbringen.

Das Modell wurde mittlerweile auch in weiteren Kommunen im Münsterland übernommen, allein im Kreis Coesfeld engagieren sich neben der Muenet auch die Stadtwerke Dülmen, Omnion und die Deutsche Glasfaser in ähnlichen Projekten in den Außenbereichen.

 

„Dies schafft heute nur die Glasfaser.“

Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, sagt: „Der Kreis Coesfeld nimmt in unserem Land eine Spitzenposition beim Glasfaserausbau ein. Zu diesem Engagement gratuliere ich allen Akteuren und dem Landrat ausdrücklich. Für die Gigabitgesellschaft brauchen wir nachhaltige und hochwertige Infrastrukturen, die in der Zukunft Gigabit-Übertragungsraten im Down- und Upload ermöglichen werden. Dies schafft heute nur die Glasfaser. Diese Zielsetzung haben die Akteure im Kreis Coesfeld schon sehr frühzeitig verstanden.“

Den Blick nach vorn wirft abschließend Landrat Dr. Schulze Pellengahr: „Beim Glasfaserausbau sind wir auf einem guten Weg, insbesondere da sich viele Menschen bei uns aktiv für die digitale Infrastruktur entschieden haben. Diese fordern nun auch vermehrt Anwendungsfälle auf den schnellen Leitungen.

Deshalb geht es jetzt für uns im nächsten Schritt darum, uns den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen und die Chancen aktiv zu ergreifen.“ Dabei schaue man nicht nur auf die digitale Transformation der Wirtschaft, sondern genauso auf die Entwicklung „smarter“ digitaler Lösungen und Angebote der öffentlichen Hand zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger.

 

 

Zu den Projekten:
Der Netzbetreiber Unitymedia versorgt im Rahmen seiner Ausbauinitiative GIGAWorld mehr als 10.000 private Haushalte, öffentliche Einrichtungen sowie fünf Gewerbegebiete in den sechs Ortsteilen der Gemeinden Ascheberg und Nordkirchen mit Highspeed-Internet via Glasfaser direkt bis zum Haus. Unitymedia investiert dafür rund zwölf Millionen Euro und verlegt Glasfaser auf einer Länge von 140 Kilometern. Bis Ostern 2018 soll der Netzausbau in Ascheberg, Herbern, Davensberg, Nordkirchen und Capelle abgeschlossen sein, in Südkirchen bis zum Sommer.

Der Netzbetreiber Muenet erschließt die Bauernschaften rund um die sechs Ortsteile mit einem Glasfasernetz bis in die einzelnen Häuser. Dafür wurden in Zusammenarbeit mit der örtlichen Landwirtschaft rd. 220 km Trassen nach dem Modell #FTThof verlegt. Der Ausbau ist weitgehend abgeschlossen.

Insgesamt sind im Kreis Coesfeld in den Innenbereichen neben der Unitymedia mit der Deutschen Glasfaser aus Borken, der Omnion aus Coesfeld, den Stadtwerken Dülmen sowie der GFN Olfen vier weitere Anbieter und in den Außenbereichen neben der Muenet mit der Deutsche Glasfaser, der Stadtwerke Dülmen sowie der Onmion drei weitere Anbieter aktiv.

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

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