InnovationsIMPULS zeigt die Möglichkeiten für Künstliche Intelligenz

Die Möglichkeiten, die Künstliche Intelligenz für den Mittelstand bietet, stellten (v.l.) Ar-min Hagemeier (wfc/ Geschäftsführer Hadoco GmbH), Dr. Jürgen Grüner (wfc), Prof. Dr. Michael Bücker (FH Münster), Christian Holterhues (wfc) und Dr. Bernhard Kliem (Picto-rius Berufskolleg) im Anschluss an die Technik Expo im Pictorius-Berufskolleg vor. Foto: wfc

Was bringt Künstliche Intelligenz (KI) dem Mittelstand? Der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH jedenfalls hat das Trend-Thema ein starkes Echo beschert: Mehr als 70 Teilnehmer waren am Donnerstag (3. Mai) der Einladung zum wfc-InnovationsIMPULS  im Anschluss an die Technik Expo im Pictorius-Berufskolleg in Coesfeld gefolgt und der Frage nach dem Nutzwert der KI auf den Grund gegangen. Den Auftakt gab wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner: Er spüre Vorbehalte gegenüber dem Einsatz Künstlicher Intelligenz, berichtete er. Ursache sei, dass noch großer Informationsbedarf bestehe, fügte er hinzu. Dann übergab er das Wort an Prof. Dr. Michael Bücker von der FH Münster, der in den Bereichen Data Science, Mathematik und Wirtschaftsinformatik lehrt und forscht. Bücker betonte sofort: „KI wird in allen Bereichen der Wirtschaft extrem wichtig.“

Computer lernt anhand von Beispielen selbst

Der Wissenschaftler legte anhand des KI-Bereiches „Machine Learning“ dar, was Künstliche Intelligenz ausmacht: lernende Algorithmen. „Einem normalen Computerprogramm muss man erklären, was es tun soll, ein Machine-Learning-Programm dagegen lernt anhand von Beispielen selbst und erstellt dann Regeln“, erklärte Bücker. „Diese Regeln lassen sich nutzen, um Entscheidungsprozesse zu automatisieren.“ Die vier Top-Themen in Unternehmen sind demnach: die Feineinstellung von Prozessen zur Optimierung von Ertrag und Qualität (Yield Optimization), die Personalisierung von Kundeninteraktionen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse, die Preisbildung in Echtzeit, die unter anderem auf Kundenpräferenzen basiert (Dynamic Pricing) sowie die Vorhersage von Maschinenstörungen, um Ausfälle zu vermeiden und Kosten zu senken (Predictive Maintenance).

Klar umriss Bücker die Ressourcen, die für angewandte KI erforderlich sind: Algorithmen, IT-Infrastruktur, Software, Daten und Expertise. Experten jedoch seien schwer zu finden: „Die größte Hürde bei der Umsetzung von KI ist der Fachkräftemangel“, berichtete Bücker. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass KI die Arbeitswelt stark verändern werde. „Es ist aber nicht alles schlecht, nur weil Tätigkeiten verschwinden, denn es werden neue hinzukommen“, betonte Bücker. „Es gibt auch Tätigkeiten, die Mensch und Maschine gemeinsam machen können, um sich gegenseitig zu unterstützen.“ Sein Fazit: „Nicht zu pessimistisch sein, und die Möglichkeiten nutzen, die KI uns bringt.“

Analyse des Kundenverhaltens birgt viel Potential

Genau an diesem Punkt setzt Armin Hagemeier an, der wfc-Mitarbeiter für das Projekt start.connect ist zugleich Gründer und Geschäftsführer der Hadoco GmbH. Das in Münster ansässige Start-Up entwickelt KI-gestützte Lösungen, die im Kundenmanagement eingesetzt werden können. Wenn Unternehmen das Transaktionsverhalten ihrer Kunden systematisch dokumentieren und analysieren, eröffnen sich laut Hagemeier eine Menge Perspektiven. Weil es aber ab einer gewissen Größenordnung nahezu unmöglich sei, alle Kunden und Produkte zu kennen, könne der Einsatz der Künstlichen Intelligenz im Vertriebsbereich eine große Hilfe sein.

Unterstützung für den Einsatz von KI bieten derzeit zahlreiche Förderprogramme des Landes und des Bundes, darunter der Innovations- und Digitalisierungsassistent NRW“, der Digitalisierungsgutschein NRW und go-digital. Die wfc berät interessierte Unternehmen zum Thema. Kontakt: Christian Holterhues, Telefon 02594/7824025, Mail christian.holterhues@wfc-kreis-coesfeld.de.

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

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