Erfolgreiche Premiere der WorkStudyContact bringt Unternehmen und Studierende offen ins Gespräch

Offene Worte im direkten Gespräch: In kleinen Gruppen diskutierten Studierende und Unter-nehmensvertreter die Themen, die sie bei der Jobsuche beziehungsweise Fachkräftegewin-nung bewegen. Foto: wfc

Duzen oder siezen? Homeoffice – gewünscht oder nicht? Und flexible Arbeitszeiten, sind die mittlerweile ein Muss? „Personalleiter von Unternehmen, die auf der Suche nach Fachkräften sind, fragen sich häufig immer wieder dieselben Dinge ohne eine Antwort von denen zu erhalten, die sie ansprechen wollen. Studierenden auf der Suche nach Jobs geht es ähnlich“, erklärt Dr. Kirsten Tacke-Klaus, Projektleiterin der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH (wfc).

Besser verstehen und Kontakte knüpfen

Mit einer neuen Form des Austauschs haben es sich die wfc und die FH Münster zur Aufgabe gemacht, das zu ändern: Beim WorkStudyContact darf jede Frage gestellt werden. „Wir möchten Studierende und Unternehmen in einem lockeren Rahmen miteinander ins Gespräch bringen, damit sie sich besser aufeinander einstellen können, aber auch erste Kontakte knüpfen“, erklärt Maike Giesbert, zuständig für Arbeitgeberkontakte der TAFH Münster. Diese Gelegenheit nutzten am Dienstagnachmittag bei der Premiere des Veranstaltungsformats bei der Parador GmbH in Coesfeld knapp 15 Unternehmen und ebenso viele Studenten.

Jede Frage ist erlaubt: Das neue Veranstaltungsformat WorkStudyContact bringt Studierende und Unternehmensvertreter in lockerer Atmosphäre zusammen. Foto: wfc

Schon die Führung durch die Laminat- und Vinylboden-Produktion zum Start machte eine Facette des Fachkräftemangels deutlich: Für die Produktion selbst sind nicht mehr viele Fachkräfte nötig, aber jemand muss die ganzen Abläufe und Maschinen konzipieren und konstruieren. Und genau dort herrscht der Mangel. Was also tun, um die Fachkräfte von sich zu überzeugen?

Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten sind entscheidend

Die Meinung der Studierenden in der anschließenden Podiumsdiskussion mit Hanja Ostendorf (J.W. Ostendorf GmbH), Kristina Große Vogelsang (Parador GmbH) und Annette Timpe (MedSkin Solutions Dr. Suwelack AG) ist dazu relativ eindeutig: Neben Arbeitszeiten und Erreichbarkeit des Unternehmens sind die Entwicklungsmöglichkeiten der entscheidende Faktor. Die klassische Karriere immer weiter nach oben im Unternehmen ist dabei aber nur die eine Hälfte. Ebenso wichtig sind die Möglichkeiten, im Laufe der Zeit unter-schiedliche Bereiche und Aufgaben kennenzulernen und Projekte zu entwickeln. Und: Solange der Vertrag noch nicht unterschrieben ist: „Bitte Siezen.“ Das wahre die notwendige Distanz.

Deutlich wurde im anschließenden Austausch in Kleingruppen zu Praktika, Auslandsaufenthalten, Benefits und Bewerbung auch: Neben Jobmessen, in denen Studenten und Unternehmen in persönlichen Gesprächen schon einen ersten Eindruck voneinander bekommen können, läuft der Einstieg ins Berufsleben häufig über Praktika, Bachelor- und Masterthesis in Unternehmen und Projektarbeiten, die die Studenten durch die Kooperation zahlreicher Unternehmen mit der FH Münster übernehmen. „Die ideale Fachkräftebindung setzt aber nicht erst hier an, sondern beginnt schon in der Schule und in Sportvereinen“, erklärt Prof. Dr. Frank Striewe vom Institut für Technische Betriebswirtschaft der FH Münster. „Hier liegt noch eine Menge Potential – angefangen damit, dass die meisten Jugendlichen die Unternehmen im eigenen Ort nicht kennen.“

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

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