Die Antreiber der Digitalisierung

Digitalisierung ist ein nie endender Prozess: Das symbolisiert die Läuferfigur als Auszeichnung für die kreativen und engagierten Unternehmen in den Kreisen Coesfeld und Borken. Foto: wfc

Initiative „einfach machen“ regt mit den Ideen von 26 Unternehmen aus den Kreisen Coesfeld und Borken andere Betriebe an, ihre Chancen ebenfalls zu nutzen

Die Digitalisierung verändert den Lebens- und Arbeitsalltag umfassend und mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit. Ansätze zur Umsetzung gibt es viele. 26 solcher guten Beispiele aus den Kreisen Coesfeld und Borken rücken die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld, die WFG für den Kreis Borken, die Regionalagentur Münsterland und die Agentur für Arbeit Coesfeld mit der zweiten Auflage ihrer Initiative „einfach machen – Impulse für innovative Personalarbeit im Westmünsterland“ nun in den Fokus. In der neuen Broschüre und auf der neuen Homepage www.personalarbeit-einfachmachen.de stellen sie die Ideen und Wege der Unternehmen vor. Als Anregung. Als Antreiber. „Viele Unternehmen im Kreis Coesfeld, haben ein hohes Interesse daran, den Anschluss nicht zu verlieren“, sagte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. „Sie sehr sind engagiert und schauen, welche Möglichkeiten es gibt.“

Am Dienstagabend zeichnete Dr. Christian Schulze Pellengahr im Schloss Ahaus gemeinsam mit Dr. Kai Zwicker, Landrat des Kreises Borken, die Unternehmen, die mit gutem Beispiel vorangehen, für ihr Engagement zur Digitalisierung in der Personalarbeit aus.

Das 1A Wundzentrum in Senden ist einer dieser Betriebe. Mit Hilfe einer digitalen Akte und detaillierten Dokumentation der Wunde hat das Unternehmen die Diagnostik professionalisiert, die Patientenversorgung optimiert und viel Zeit bei der Übergabe eingespart. Auch der nächste Schritt ist bereits geplant, wie Geschäftsführer Holger Münster im Talk mit Moderatorin Eva Voß (Radio Kiepenkerl) erklärte: „Mit Hilfe einer telemedizinischen App wollen wir mit unserem Facharzt, der bisher einmal die Woche vor Ort ist, bei Auffälligkeiten im Heilungsverlauf auch kurzfristig innerhalb von fünf bis zehn Minuten Rücksprache halten können – und entsprechend die Wundversorgung anpassen.“

Bei den Betonwerken H. Klostermann GmbH & Co. KG aus Coesfeld ist die Digitalisierung schon seit 20 Jahren ein Thema, „aber wir stecken immer noch mittendrin“, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter Florian Klostermann. Größtes Projekt ist aktuell ein B2B-Webshop, der es den Profi-Kunden ermöglicht 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche auf die komplette Produktdatenbank zuzugreifen. „Ein Baustoffhändler kann an einem Samstagmittag dann zum Beispiel direkt nach einem Kundengespräch sehen, welche Artikel mit welchen Lagerbeständen zu seinen individuellen Konditionen verfügbar sind und sich ein An-gebot einholen oder direkt bestellen. Das ist ziemlich einmalig in unserer Branche“, erklärte Klostermann.

Schnelligkeit und der genaue Blick auf die Wünsche der Zielgruppe sind auch bei der STF Gruppe aus Dülmen wichtig. „Wir haben uns beim konkreten Problem der Mitarbeitergewinnung gefragt, wie wir die Bewerbung nutzerfreundlicher machen können – und sind zu dem Schluss gekommen: Wir schaffen sie ab“, sagte Stefan Feldmann, Geschäftsführender Gesellschafter. Das Ergebnis ist das Tool FastTrack, das eine Bewerbung mit einem Social-Media-Profil seiner Wahl ermöglicht. Was ursprünglich nur für den Eigenbedarf entwickelt wurde, vermarktet der Dienstleister im Ingenieurbereich nun aufgrund der Nachfrage auch an andere.

Eine Sache, ohne die es nicht nur diese drei Beispiele, sondern alle vorgestellten 26 Ideen und Ansätze nicht gegeben hätte, betonte Prof. Ralf Ziegenbein, Vorstand des Instituts für Prozessmanagement und digitale Transformation der FH Münster, in seiner Keynote zum Auf-takt der Veranstaltung: Kreativität. „In Zukunft werden Routinearbeiten keine Rolle mehr spielen. Die Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter deshalb befähigen andere, kreative Aufgaben zu erledigen“, sagte Ziegenbein. „Wer Erfolg haben möchte, darf nicht in Produkten denken, sondern in Prozessen denken – aus der Sicht des Kunden.“

Diese 14 Unternehmen aus dem Kreis Coesfeld und ihre Wege zur Digitalisierung in der Personalarbeit stellt die Initiative einfach machen auf ihrer Homepage und in der Broschüre vor:
VEDDER GmbH (Lüdinghausen), H. Klostermann GmbH & Co. KG (Coesfeld), 1A Wundzent-rum GmbH (Senden), STF Gruppe (Dülmen), Kirchhoff GmbH & Co. KG (Senden), LetterServiceAgentur, Kleffmann Group (Lüdinghausen), VR-Bank Westmünsterland (Coesfeld), LVM-Versicherungsagentur Falke GmbH (Senden), Sparkasse Westmünsterland (Dülmen), PuG Pflege- und Gesundheitsteam GmbH (Nordkirchen), Westfleisch SCE mbH/ Team Y (Coes    feld), Kaminwelt Neuer (Lüdinghausen), Gaststätte Zur Mühle (Lüdinghausen).

www.personalarbeit-einfachmachen.de

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld