Zuschuss-Förderung für kleine und mittlere Unternehmen

Zuschuss-Förderung für kleine und mittlere Unternehmen

„Es gibt viele Möglichkeiten“

Was bietet die Förderlandschaft den Unternehmen aus dem Kreis Coesfeld aktuell an Zuwendungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Mit Zuschüssen zum Ziel“ aus der Reihe „wfc InnovationsIMPULS“, die am Mittwoch (11.05.) für einen voll besetzten Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen sorgte. Eine Aussicht jedenfalls, informierte der Geschäftsführer der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH die rund 70 Teilnehmer, bleibe den Firmen nach wie vor verwehrt: „Eine reine Investitionsförderung, die allerdings zugleich zur Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen verpflichten würde, ist auf strukturschwächere Regionen beschränkt“, sagte Dr. Jürgen Grüner, um dann anzufügen: „Aber es gibt viele andere Möglichkeiten.“ In so großer Zahl und Variation stehen Förderprogramme von Land, Bund und EU bereit, dass den Referenten insgesamt zwei Stunden gerade ausreichten, um einen ersten Überblick zu geben.

Als Beispiel die Bildungsförderung: Bildungsschecks werden nach wie vor in den zwei Varianten „betrieblich“ und „individuell“ vergeben. „Die Hürden sind allerdings für die Bewilligung des individuellen Schecks, den einzelne Beschäftigte beantragen können, erhöht worden“, berichtete Niklas Esser, Projektleiter der wfc. Bei der betrieblichen Variante, wenn also das Unternehmen den Antrag stellt, liege der Fall anders: Hier sei eine größere Zielgruppe förderfähig. Das Antragsverfahren, betonte Esser, sei sehr unkompliziert: In maximal 15 Minuten könne der Antrag fertiggestellt werden, insbesondere, wenn die Unternehmen selbst den Prozess beschleunigen: „Sie können uns die Arbeit leichter machen, indem Sie die erforderlichen Daten und Fakten, etwa die Betriebsnummer, bereits im Vorfeld angeben“, erklärte Esser, um dann mit der Bildungsprämie noch einen weiteren Weg der Bildungsförderung vorzustellen. Sie ist allerdings nicht von Betrieben, sondern nur individuell zu beantragen. Ein Grundsatz, betonte Esser, gelte für Scheck und Prämie gleichermaßen: „Vor Beginn der Maßnahme beantragen, sonst ist die Chance auf Übernahme von 50 Prozent der Kosten, bei einer Maximalsumme 500 Euro für die Weiterbildung pro Mitarbeiter, vertan.“

Eine neue Perspektive bietet sich kleineren und mittleren Unternehmen seit Jahresbeginn im Bereich der Beratungsförderung: das Programm “Förderung unternehmerischen Know-hows“. Vorgestellt wurde das neue Programm von Rainer Huse von der Förderungsgesellschaft BDS-DGV mbH, die im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft die Anträge zur Bezuschussung von Beratungen prüft. Demnach können alle Unternehmen gefördert werden, wenn auch mit unterschiedlichen Förderquoten. Förderfähig sind konzeptionelle Beratungsleistungen zur Analyse von Unternehmenssituation und Schwachstellen, zur Entwicklung von konkreten Handlungsempfehlungen und detaillierten Anleitungen zur Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen. Mehr über Fördersummen, Fristen und Antragsverfahren weiß die wfc: „Kommen Sie zu uns, wir sind als Regionalpartner erste Anlaufstelle für ein Informationsgespräch“, wendete sich Dr. Grüner an die Teilnehmer.

Doch bieten sich den kleinen und mittelständischen Firmen noch weitere Optionen der Beratungsförderung: die Programme des Landes. „Ein gutes Programm, das sich seit vielen Jahren bewährt“, nennt wfc-Prokurist Thomas Brühmann die Potentialberatung in NRW. Bei diesem Angebot geht es darum, per Beratungsförderung die Unternehmen in zukunftsweisenden Themenfeldern zu unterstützen: beispielsweise im Wissensmanagement und der altersgerechten Arbeitsorganisation in Zeiten des demographischen Wandels, in der Gestaltung von Arbeit und Technik im Zuge der Digitalisierung sowie bei der Entwicklung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Wichtige Voraussetzung für die Förderfähigkeit: „Die Mitarbeiter müssen mit ins Boot geholt werden“, erklärt Brühmann, der mit den Angeboten „unternehmensWert:Mensch“ und „Regionales Wirtschaftsförderungsprogramm (RWP)–Beratung“ noch zwei weitere Förderquellen für Beratungsleistungen vorstellte. „Wir finden gemeinsam mit Ihnen die jeweils beste Lösung“, bot Brühmann den Unternehmerinnen und Unternehmen Unterstützung bei der Programmwahl an.

Im Bereich der Innovationsförderung kann der Weg durch den Förderdschungel eine Herausforderung sein. Das machte wfc-Projektleiter Christian Holterhues deutlich. Die gute Nachricht: Der Innovationsberater hilft den Unternehmen aus 243 Förderinstrumenten das passende auszuwählen und zu beantragen. Zudem unterstützt er die Firmen bei der Suche nach Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft und begleitet die Umsetzung der Projekte. Eines, betonte er, gelte für alle Programme: die Definition des Begriffs „Innovation“, die über die Förderfähigkeit eines Projektes entscheide. „Fleißarbeit reicht nicht, es muss wirklich ein Innovationsvorgang sein“, sagte Holterhues, um dann die Formulierung zu liefern: „Ein Produkt oder Prozess, der neuartig, interdisziplinär und besser als der Vergleichszustand ist.“ Zwei Empfehlungen hat Holterhues für alle Unternehmen parat, die erwägen, ein Innovationsprojekt mit Zuschussförderung ins Ziel zu bringen: „Treten Sie möglichst frühzeitig mit uns in Kontakt und nehmen Sie sich Zeit für die Antragstellung.“ Dass sich der oft hohe administrative Aufwand, der mit dieser Aufgabe verbunden ist, lohnen kann, führte der wfc-Innovationsberater den Teilnehmern anhand des Programmes „ZIM“ beispielhaft vor Augen: Bei einer Kalkulation der zuwendungsfähigen Kosten von 380.000 Euro betrug die Zuschuss-Förderung stolze 171.000 Euro.

Die Präsentationen der Referenten:

Geld für Bildung – Qualifizierungs- und Weiterbildungsförderung

Beratungskostenförderung im Fokus – Zuschüsse von Bund und Land

Förderung unternehmerischen Know-Hows

Innovationsförderung optimal nutzen

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

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