Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld legt Geschäftsbericht 2015 vor

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld legt Geschäftsbericht 2015 vor

„Breitband hat den Weg gebahnt“
Der Landrat des Kreises Coesfeld, Dr. Christian Schulze Pellengahr, sieht den Wirtschaftsstandort für den digitalen Wandel gut gerüstet. „Im Hinblick auf den Ausbau der Breitbandinfrastruktur hat die Region im vergangenen Jahr stark aufgeholt und liegt jetzt im deutschlandweiten Vergleich der Landkreise ganz weit vorne“, sagte Schulze Pellengahr anlässlich der Vorstellung des Geschäftsberichtes der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH für das Jahr 2015.

„Die ansässigen Unternehmen, die ja mit vielen guten Entscheidungen, mit Innovation und Expansion aus unserer Region einen starken Standort gemacht haben, brauchen jetzt eine gute Breitbandversorgung, damit sie in Zeiten steigenden Wettbewerbsdrucks den Erfolgskurs halten können“, hob der Landrat und wfc-Aufsichtsratsvorsitzende die Bedeutung des Netzausbaus hervor. Die Gefahr, dass die dynamische Wirtschaftsregion von lahmen Leitungen ausgebremst werde, sei weitgehend gebannt, betonte Schulze Pellengahr.

 

65 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s angebunden

Wie weit der Netzausbau insgesamt gediehen ist, erläuterte der Geschäftsführer der wfc, Dr. Jürgen Grüner. „Nach Abschluss der zahlreichen, noch laufenden Ausbauvorhaben, die größtenteils von der wfc begleitet und unterstützt wurden, können mithilfe unterschiedlicher Technologien mehr als 80 Prozent der Haushalte auf Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s zurückgreifen, und mehr als 30 Prozent verfügen aktuell sogar über glasfasergebundene FTTB/FTTH-Lösungen“, informierte Dr. Grüner, um dann den Vergleich zu den bundesweiten Versorgungsquoten zu ziehen. So seien in Deutschland ca. 65 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s angebunden und nur ein Prozent per FTTH/FTTB. Doch weist Dr. Grüner darauf hin, das auch im Kreis Coesfeld, und zwar in den Außenbereichen, noch weiße Flecken aus der Versorgungskarte zu tilgen sind.

Deshalb gibt die wfc, die im Zuge ihrer Doppelstrategie zum Breitbandausbau bereits in 2012 einen Masterplan als Basis für den flächendeckenden FTTB/FTTH-Netzes im Kreis Coesfeld vorgelegt hatte, Kommunen und potenziellen Investoren ein weiteres Planungsinstrument an die Hand: ein IT-basiertes Informationstool, das die Grundlage für betriebswirtschaftliche Kalkulationen liefert und somit den Markt stimuliert.

 

„Die Ideen sind ausgereift“

In Sachen Breitband gibt der Kreis Coesfeld also ein gutes Beispiel. Doch stecken im Jahresbericht der wfc noch mehr gute Botschaften. So setzen die Unternehmen weiterhin volles Vertrauen in den Standort. Sie schmieden hier ihre Zukunftspläne und wollen sie an Ort und Stelle umsetzen. So sind die Nachfrage nach gewerblichen Immobilien und der Beratungsbedarf im Bereich Finanzierungsförderung angestiegen. Ebenfalls zugenommen haben das Interesse an Beratungen zur Förderung von Wachstums- und Erweiterungsvorhaben sowie die Nachfrage nach Ansiedlungs- und Standortberatung.

Auch angehende Unternehmerinnen und Unternehmer sehen ihre Zukunft in der Region: Während die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen in Deutschland im Jahr 2015 insgesamt erneut zurückgegangen ist, verzeichnet der Kreis Coesfeld, trotz sehr guter Arbeitsmarktlage, ein deutliches Plus von 4,2 Prozent bei den echten Gründungen. Weit im Plus ist auch die Qualität der Gründungen. „Die Ideen sind ausgereift, innovativ und besser vorbereitet als noch vor einigen Jahren“, berichtet Thomas Brühmann, Prokurist und Gründungsexperte der wfc. „Hier wird weniger aus der Not heraus gegründet als viel mehr aus Überzeugung von der eigenen Geschäftsidee“, fügt er hinzu.

 

120 Termine und Beratungen

Mit neuen Ideen haben auch die etablierten Unternehmen der Region im vergangenen Jahr große Erfolge erzielt. Stellvertretend für viele ist die in Ascheberg ansässige Wecon GmbH zu nennen: Sie ist von der wfc im Wettbewerb „Innovationspreis Münsterland 2015“ begleitet worden und hat in der Kategorie „Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“ Platz eins erreicht. Mit ihrem Service- und Beratungsangebot im Arbeitsschwerpunkt „Technologie und Innovation“ hat die wfc auch im Berichtsjahr die Unternehmen kräftig unterstützt, unter anderem bei der Suche nach Kooperationspartnern und bei der Erschließung von Förderquellen. Insgesamt fanden 120 Termine und Beratungen statt.

Mit ihren Informationsveranstaltungen und Workshops hat die wfc in diesem Arbeitsfeld insgesamt rund 320 Teilnehmer erreicht. Sehr gut angenommen wurde das neue Veranstaltungsformat „wfc- Laborgespräch“. Dabei wurden die Teilnehmer direkt zu wissenschaftlichen Einrichtungen des Münsterlandes und somit zu potenziellen Kooperationspartnern geführt. Um die Innovationskraft der Region weiter zu stärken, hat die wfc auch ihre eigene Netzwerk- und Projektarbeit fortgesetzt. Ein Beispiel gibt „PUSH Münsterland: Produkt-Servicekombinationen entwickeln und nutzen“, ein Verbundprojekt von Münsterland e.V., den Hochschulen aus Münster, der wfc und der WFG Kreis Borken.

Zusammenarbeit ist auch das Erfolgsgeheimnis des Projektes ÖKOPROFIT im Kreis Coesfeld, das von der wfc federführend begleitet wurde. 2015 ist die erste Projektrunde abgeschlossen worden. Zwei Fakten aus der Erfolgsbilanz: Elf Unternehmen sind ausgezeichnet worden, und die jährlichen Einsparungen, die durch verschiedene Maßnahmen erzielt werden, schlagen mit insgesamt rund 253.000 Euro zu Buche.

 

Leitfaden „Beruf und Kind im Kreis Coesfeld“

Ihre Netzwerk- und Projektarbeit hat die wfc auch im Handlungsfeld „Fachkräfte“ weiter vorangetrieben. Insgesamt hat sie fünf kreisweite Informationsveranstaltungen, Workshops und Austauschtreffen zu den verschiedenen Facetten des Themas „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ konzipiert und realisiert und damit insgesamt rund zweihundert Teilnehmer erreicht. Natürlich hat die wfc die Unternehmen auch individuell unterstützt: 24 Einzelberatungsgespräche fanden vor Ort in den Firmen statt. Somit ist gegenüber dem Vorjahr die Nachfrage noch einmal leicht angestiegen. Damit ist klar: Die Arbeitgeber im Kreis Coesfeld wollen noch attraktiver werden und den Fachkräften gute Argumente liefern, im Kreis Coesfeld zu leben und zu arbeiten.

Die wfc unterstützt die Firmen bei der Entwicklung ihrer Arbeitgebermarke und somit bei der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Beispiel ist der betriebliche Pflegekoffer, eine Zusammenstellung von Informationen für Firmen, Pflegelotsen und Beschäftigte. Zeitgleich mit der Veröffentlichung der vierten, überarbeiteten Ausgabe, haben die wfc und ihre Partner eine Internetseite und einen Internet-Spot an den Start gebracht, die über das Angebot informieren und eine schnelle Kontaktaufnahme zu den wichtigen Anlaufstellen ermöglicht. Noch eine weitere Publikation zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist von der wfc 2015 aktualisiert worden: der Leitfaden „Beruf und Kind im Kreis Coesfeld“.

Dem Nachwuchs im weiteren Sinne hat die wfc die Seminarreihe zum Thema „Unternehmensnachfolge – gut geregelt“ gewidmet. Die große Resonanz zeigt, dass die damit einen Nerv getroffen hat. Eine Nachfolge hatte schließlich auch die wfc selbst im vergangenen Jahr zu vermelden: Konrad Püning, Landrat a.D., hat das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden an Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld, übergeben. „Die Entwicklung, die der Kreis unter Konrad Pünings Führung genommen hat, ist eine elf Jahre währende Erfolgsstory, und die wfc wird auch in diesem Jahr ihren Beitrag leisten, damit diese Geschichte fortgesetzt werden kann“, sagte Dr. Jürgen Grüner.

 

Den Geschäftsbericht der wfc können Sie hier herunterladen:

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