wfc-InnovationsIMPULS in Coesfeld rückt Roboter in den Blickpunkt

 

wfc-InnovationsIMPULS in Coesfeld rückt Roboter in den Blickpunkt

„Mit künstlicher Intelligenz zu echtem Erfolg“

 

Künstliche Intelligenz, Robotik, Industrie 4.0: Erneut hat die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH die Digitalisierung in den Mittelpunkt einer Veranstaltung gestellt. „Studien kommen zu dem Ergebnis, dass sich deutschlandweit rund 85 Prozent des Mittelstands zu wenig mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen“, begründete wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner und fügte hinzu: „Viele Unternehmen sehen die Notwendigkeit nicht, weil es für sie aktuell gut läuft, aber Erfolg darf nicht blind machen.“

Mit offenen Augen und gespitzten Ohren jedenfalls hatten sich rund 70 Teilnehmer am Donnerstag (27. April) im Lehrerzimmer des Pictorius-Berufskollegs in Coesfeld zum wfc-InnovationsIMPULS eingefunden, um zu erfahren, wie künstliche Intelligenz die Industrie 4.0 vorantreibt. Die beiden ersten Referenten hatte Schulleiter Helmut Kortekamp auf der Technikmesse akquiriert, die zeitgleich im Erdgeschoss stattfand: Er übergab nach seiner Begrüßungsrede das Wort an zwei Absolventen des Kollegs. Sie haben im Zuge des alljährlichen Technikerprojektes, in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen der Region, einen Prozess automatisiert, um Stückzahlen zu steigern, aber auch, um den Mitarbeitern eine bessere Arbeitsplatzergonomie zu bieten.

 

 

 

Der folgende Referent, der Geschäftsführer der CLK GmbH, Dr. Carsten Cruse, treibt seit mehr als 20 Jahren die Digitalisierung im produzierenden Gewerbe und in der Landwirtschaft voran. CLK kombiniert Bildverarbeitung und Robotik. Das in Altenberge ansässige Unternehmen ist Mitglied im Netzwerk „Robotik für KMU“ und ist bereits im Innovationswettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet worden. Dr. Cruse erklärte, warum die Bildverarbeitung eine Basis legt für künstliche Intelligenz: Sie ermögliche, dass der Roboter viel flexibler eingesetzt werden kann.

Als Beispiel führte der Physiker einen autonomen Schweißroboter an, der beispielsweise die Produktion von Kleinserien erheblich vereinfacht, weil er buchstäblich nach eigenem Ermessen vorgeht. „Die Kamera fährt das Bauteil ab, guckt sich alles an und führt den Roboter genau an den Bearbeitungsort – präziser als ein Handschweißer das auf Dauer kann“, erläuterte Dr. Cruse und fügte an: „Die Bauteile können beliebig stehen, das Einspannen entfällt, und meistens muss nur noch der Startknopf gedrückt werden, weil zuvor Regeln für den Roboter definiert worden sind.“ Generell gehe der Trend dahin, dass Roboter immer einfacher zu bedienen sind, informierte der Wissenschaftler und Unternehmer.

 

 

 

„Was steckt drin in den Daten?“: Mit dieser Frage eröffnete Dr. Simon Oberthür vom Software Innovation Campus der Universität Paderborn seinen Vortrag „Machine Learning – Wie Unternehmen Daten nutzen und automatisch auswerten können“. Schnell wurde deutlich: Wer Daten systematisch erfasst, speichert und analysiert, kann oft mehr Prozesse optimieren als zunächst geplant. So habe etwa ein Sägewerk, das eigentlich nur ein Abrechnungsmodell entwickeln wollte, die „smarte“ Datenanalyse genutzt, um zugleich Rüstzeiten zu minimieren, Wartungskosten zu senken und einen höheren Durchsatz zu erzielen.

Insbesondere hob Oberthür die Bedeutung der Disziplin „Predictive Maintenance“ hervor, die auf eine vorhersagende Wartung zielt. „Ich kann damit in die Glaskugel schauen, sehe beispielsweise anhand von Sensordaten, wann ein Teil zu brechen droht und kann es zuvor austauschen oder den nächsten Zeitpunkt für Wartungsarbeiten bestimmen“, erklärte er den hohen Nutzen des Verfahrens. Der Effekt: Ausfallzeiten können verkürzt, Kosten reduziert werden.

 

Beratungsangebote und Förderprogramme

Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich unter den Teilnehmern des InnovationsIMPULSes eine lebhafte Diskussion. Im Zentrum stand die Frage: Wie kann ein mittelständisches Unternehmen, das nicht über die Ressourcen der Großen verfügt, im Tagesgeschäft die erforderlichen Freiräume schaffen, um sich den Themen „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ zu öffnen?

Einen Hinweis gab der Moderator der Veranstaltung, wfc-Innovationsberater Christian Holterhues: „Es gibt Beratungsangebote und Förderprogramme, nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir helfen Ihnen gerne, die Möglichkeiten zu sondieren.“ Für Rückfragen steht Christian Holterhues (wfc) unter Tel. 02594. 782 40-26 | E-Mail christian.holterhues@wfc-kreis-coesfeld.de zur Verfügung.

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

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