wfc informiert beim InnovationsIMPULS über Herausforderungen und Chancen beim Digitalisierungsprozess „Industrie 4.0“

 

wfc informiert beim InnovationsIMPULS über Herausforderungen und Chancen beim Digitalisierungsprozess „Industrie 4.0“ für mittelständi-sche Unternehmen im Kreis Coesfeld

„Wie die Industrie 4.0 Unternehmen verändern kann

 

Die Datenbrille, die Mitarbeitern im Hochregal-Lager den Weg zum gesuchten Bauteil zeigt. Der 3D-Drucker, der Ersatzteile für Autos und Flugzeuge druckt. Das fahrerlose Transportfahrzeug, das eigenständig Logistikaufträge erledigt. Dies sind nur drei Beispiele für Lösungen, die für den Begriff „Industrie 4.0“ stehen. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, dass sich Menschen, Maschinen und industrielle Prozesse sich über das Internet intelligent vernetzen.

Um diesem Trend ein Gesicht zu verleihen und um auf Chancen sowie Herausforderungen für Unternehmen im Kreis Coesfeld aufmerksam zu machen, hatte die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld zum InnovationsIMPULS „Industrie 4.0: Strategien und Lösungsansätze für neue Geschäftsmodelle“ in das Coesfelder WBK Wissen Bildung Kultur eingeladen. Über 50 Interessierte und Unternehmer aus der Region waren am Dienstagabend dieser Einladung gefolgt.

 


Dass Digitalisierung der Wirtschaft gerade für Unternehmen im Mittelstadt erhebliche Potenziale mit sich bringt, davon überzeugte Prof. Dr. Carsten Feldmann von der Fachhochschule Münster. In seinem Fachvortrag „Digitalisierung der Wertschöpfung“ machte Feldmann deutlich, dass die digitalen Prozesse schon längst zu unserem Alltag geworden sind. „Ob in der Musikindustrie oder im Onlinehandel – Technologien verändern unseren Konsum und wirtschaftliche Prozesse.

Und hier setzt Industrie 4.0 an“, so Feldmann weiter. Während vor 100 Jahren die klassische Fließbandarbeit (Industrie 2.0) auf dem Vormarsch war, so seien laut Feldmann heutzutage höhere Anforderungen an die Produktion der Zukunft gestellt: Sie müsse intelligent, wandelbar, effizient und nachhaltig sein, fasste er an-schließend zusammen. „Industrie 4.0 steht für die intelligente Vernetzung von Produktentwicklung, Produktion, Logistik und Kunden. Die vierte industrielle Revolution wird auch den Wirtschaftsstandort Kreis Coesfeld verändern.“


Der Durchbruch der 4.0-Technologien stünde zwar noch aus, Unterneh-men sollten jedoch bereits jetzt die dafür nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Darüber waren sich der Fachreferent und sein Publikum schnell einig. „Ein hoher Durchdringungsgrad wird erst in 20 Jahren erreicht sein. Aber schon in den nächsten fünf bis zehn Jahren wird es charakteristische Fortschritte geben. Und dann wird sich abzeichnen, wer sich früh genug mit dem Thema auseinandergesetzt hat – und wer nicht,“ betonte der Professor abschließend.

Doch wo und wie anfangen? Auf dieses Fragen ging Arno Kühn vom Kompetenzzentrum Digital in NRW näher ein. „Von heute auf morgen lässt sich kein mittelständisches Unternehmen nachhaltig digitalisieren. Das ist ein langwieriger Prozess.“ Deshalb bedarf es einer stufenweisen Umstrukturierung auf Industrie 4.0 in den jeweiligen Unternehmen, der von der Idee bis zur Umsetzung geplant werden müsse. „Viele Unternehmen sind bereits dabei ihre Produkte und Prozesse schrittweise zu digitalisieren. Aber so mancher mittelständischer Unternehmer sollte auch erkennen, das neben dem eigentlichen Produkt auch ganze Geschäftsmodelle in Frage gestellt werden müssen.“

Kleine und fokussierte Projekte seien dabei der richtige Weg, um intern im Unternehmen erste Erfahrungen zu sammeln und den Nutzen der Industrie 4.0 nachzuweisen, erklärte Kühn. „So können Unternehmen dann in kleinen Schritten auch erste Erfolgsgeschichten in Hinblick auf die technischen und Organisatoren Herausforderungen der Industrie 4.0 entwickeln.“

 

Einen Königsweg für die Industrie 4.0 gibt es nicht. Je nach Branche und Unternehmensgröße seien die Herausforderungen von Unternehmen unterschiedlich – die Lösungsansätze jedoch oft ähnlich, fasste Kühn zusammen. „Der Austausch von Erfahrungen und Erfolgsgeschichten rund um das Thema Industrie 4.0 ist ein wichtiges Instrument, um die Digitalisierung im Mittelstand voranzutreiben.“

Datenauswertung und Fördermöglichkeiten: Unter diesen Aspekten standen die beiden abschließenden Vorträge: Dass bei der Digitalisierung von Produkten und Prozessen im Omnie-Chanel viele Daten anfallen, zeigte Dr. Dirk Paschke (studioP.digital). Die richtige Auswertung dieser Daten verspricht hohe Effizienzgewinne, z.B., wie sich die Fertigung optimieren lässt und wann ein Maschinenausfall droht. Ruth Petermann vom Münsterland e.V. erläuterte, welche Fördermöglichkeiten es gibt, intelligente Produkte und Verfahren in deutsch-niederländischer Kooperation zu entwickeln, speziell im Förderprojekt „iPro-N“.

 

Die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH steht den Unternehmen der Region, die sich für das Thema Industrie 4.0 interessieren, ein Innovationsprojekt planen oder sich über Fördermöglichkeiten informie-ren wollen, als Ansprechpartner zur Verfügung. „Ob Produkt, Prozess oder Dienstleistung: Von der Entwicklung der ersten Idee bis zur ihrer Marktreife sind viele Herausforderungen zu meistern. Die wfc unterstützt Sie umfassend auf der gesamten Wegstrecke“, wandte sich Christian Holterhues, Innovationsberater bei der wfc, abschließend an die Teilnehmer.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „InnovationsIMPULS“ der wfc Kreis Coesfeld. Für Rückfragen steht Christian Holterhues (wfc) unter Tel. 02594. 782 40-26 | E-Mail christian.holterhues@wfc-kreis-coesfeld.de zur Verfügung.

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