Innovationsforum Mittelstand: Mit (3D-) Druck in die Zukunft

 

Innovationsforum Mittelstand: Mit (3D-) Druck in die Zukunft

„Neues Förderprogramm steht vielen Unternehmen offen“

 

Frischer Rückenwind für Unternehmen, die 3D-Druckverfahren in ihre Prozesse einbinden und somit den digitalen Wandel am Wirtschaftsstandort Kreis Coesfeld vorantreiben wollen: Im Zuge des Bundes-Förderprogramms „Innovationsforen Mittelstand“ unterstützen die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH, das Kompe-tenzzentrum Coesfeld – Institut für Geschäftsprozessmanagement e.V. sowie die Fachhochschule Münster die Firmen bei Ideenfindung und Partnersuche.

„3D-Druck bietet kleineren und mittleren Unternehmen viel Potenzial für neue Geschäftsmodelle, das Innovationsforum soll dazu beitragen, dass Chancen erkannt und Projekte auf den Weg gebracht werden“, erklärt Dr. Jürgen Grüner, Geschäftsführer der wfc, die Stoßrichtung des Förderangebots. Das Thema 3D-Druck sei längst mehr als Zukunftsmusik, betont er und fügt an: „Es ist besser, sich heute zu informieren, als morgen festzustellen, dass der eigene Markt verschwindet.“

 

Projekt wird mit 100.000 Euro gefördert

Gemeinsam mit Kompetenzzentrum und Fachhochschule hatte die wfc im vergangenen Jahr das Netzwerk „3D-Druck für den Mittelstand“ aufgebaut und mit Workshops und Veranstaltungen rund 150 Unternehmen erreicht. Für Grüner und seine Kooperationspartner war es die logische Konsequenz, die Netzwerkidee beim Bundesministeriums für Bildung und Forschung vorzustellen, um eine Förderung im Rahmen des Programms „Innovationsforen Mittelstand“ anzuwerben.

Mit ihrer Präsentation des Konzeptes hat die wfc in Berlin bei der Jury gepunktet: Das 3D-Druck-Netzwerk gehört zu jenen zehn Projekten, die aus einem Bewerberfeld von 49 ausgewählt und mit einer Summe von 100.000 Euro gefördert werden. Karl Schiewerling, Mitglied des Bundestages, hat das Vorhaben von Anfang an unterstützt: „Die Digitalisierung bietet für den Mittelstand vielfältige Möglichkeiten. Insbesondere mit 3D-Druckverfahren können produzierende Unternehmen Kundenwünsche schneller berücksichtigen und so wichtige Wettbewerbsvorteile erzielen.“

 

„Demokratisierung durch individuelle Eigenproduktion“

Nunmehr wollen die wfc und ihre Partner das Unterstützungsangebot fort-zusetzen und intensivieren. Denn der Handlungsdruck für die Unternehmen wächst: „Das Thema brennt, immer mehr traditionelle Wertschöpfungsketten brechen weg“, berichtet Prof. Dr. Carsten Feldmann, Vorstandsvorsitzender Kompetenzzentrum Coesfeld – Institut für Geschäftsprozessmanagement e.V. und Institut für Prozessmanagement und Logistik der Fachhochschule Münster.

Dann nennt er Gründe, warum 3D-Druck als Alternative zu den klassischen Produktionsverfahren branchenübergreifend erstklassige Perspektiven liefern kann: geringe Investitionen, günstige Herstellung von Prototypen, Einzelstücken und Kleinserien. Zudem entfielen Lagerkosten, weil exakt nach Bedarf produziert werden könne. Der Kunde, erklärt Feldmann, könne selbst entscheiden, wann und wo beispielsweise ein bestimmtes Bauteil gedruckt werde, und könne selbst zum Hersteller werden, wenn er einen 3D-Drucker im Hause habe. „Demokratisierung durch individuelle Eigenproduktion“, nennt der Wissenschaftler diese Entwicklung.

 



„Wir wollen mit dem Innovationsforum den Unternehmen helfen, herauszufinden, wie sie an der neuen digitalen Wertschöpfung teilnehmen können“, sagt Christian Holterhues. Der wfc-Innovationsberater, der bereits im vergangenen Jahr mit dem Aufbau des 3D-Druck-Netzwerks betraut war, verrät, wo wfc, Kompetenzzentrum und Fachhochschule gemeinsam den Hebel ansetzen wollen: „Wir werden verschiedene Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft einladen, um die Bedarfe der Unternehmen zu analysieren und Ideen für neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, erläutert Holterhues und fährt fort: „Wir schauen uns an, was in jedem Unternehmen der Kern der eigenen Wertschöpfung ist, und wie sich 3D-Druck in ein neues Wertschöpfungsmodell einfügen lässt.“

Danach werde die Wirtschaftlichkeit eines 3D-Druckverfahrens berechnet, das in Prozesse eingebunden werden oder sie komplett ersetzen könnte. Der Innovationsberater gibt ein Beispiel: Ein Industrieunternehmen der Maschinenbaubranche könne seine Marktperspektiven sichern oder verbessern, indem es auf Anfrage kurzfristig digitale Konstruktionsdaten eines bestimmten Ersatzteiles zum 3D-Drucker des Kunden sendet, statt selbst mit einem konventionell hergestellten und lange eingelagerten Produkt im Gepäck anzurücken.

 

Unternehmen aus jeder Branche gönnen teilnehmen

Möglichst viele dieser sogenannten hybriden Wertschöpfungsketten – Verbindungen von digitaler Dienstleistung und Produktion – soll das Innovationsforum anstoßen. „Es geht darum, dass Geschäftsprozesse durch 3D-Druck-gestützte Dienstleistungen beschleunigt werden – im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und des Wirtschaftsstandortes“, bringt Dr. Jürgen Grüner das Ziel des Förderprojektes auf den Punkt.

Gegen Ende der neunmonatigen Laufzeit des Programms „Innovationsforum Mittelstand“ soll eine zweitägige Veranstaltung alle Akteure zusammenbringen, die teilgenommen haben. Kein Schlusspunkt ist dann zu erwarten, sondern vielmehr ein Auftakt für neue Innovationspartnerschaften. Am Projekt teilnehmen können Unternehmen jedweder Branche, die sich mit dem Thema 3D-Druck beschäftigen wollen.

Das Förderangebot richtet sich an das klassische produzierende Gewerbe, aber auch an digitale Start-Ups sowie insbesondere an 3D-Druck-Dienstleister und Unternehmen, die beispielsweise in der Software- und App-Entwicklung tätig sind oder Online-Marktplätze für CAD-Modelle oder Shop-Plattformen für On-Demand-Services entwickeln. Zwar wird der offizielle Startschuss für das Projekt frühestens Anfang September 2017 fallen. Bis dahin will sich die wfc personell verstärken, um das 3D-Druck-Netzwerk im Förderzeitraum bundesweit weiter zu knüpfen. Doch Dr. Jürgen Grüner empfiehlt allen interessierten Unternehmen, bereits jetzt mit der wfc Kontakt aufzunehmen.

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld