Gedruckte Gewindespindel: wfc für einen Tag 3D-Druck-Labor

Zeigten dreidimensionale Druckprodukte: (v.l.) Matthias Ruhe, Max Tönnemann (beide Urbanmaker), Christian Holterhues (wfc), Juri Boos (Urbanmaker)

Gedruckte Gewindespindel: wfc für einen Tag 3D-Druck-Labor

Dülmen, 14.04.2016. Mit einem Workshop und zwei Maschinen hat die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH am Dienstag (12. April) in ihrer Geschäftsstelle ein Thema auf den Tisch gebracht, das für Industrie und Handwerk laut wfc-Innovationsberater Christian Holterhues immer relevanter wird: „3D-Druck erinnert an das Beamen in der Raumschiff-Enterprise-Serie, weil Objekte eingescannt, also entmaterialisiert werden und dann irgendwo in der Welt wieder ihre dreidimensionale Gestalt annehmen können“, erklärte der Projektleiter der wfc und fügte an: „Lagerhaltung und Lieferkette entfallen somit, das spart Geld und schont die Umwelt.“

Die 20 Workshop-Teilnehmer – vertreten waren unter anderem die Branchen Maschinenbau, Metallverarbeitung, Architektur, Motoren- und Elektrotechnik – konnten sich vom Potenzial der neuen Produktionsverfahren selbst ein Bild machen. Die wfc hatte die beiden Geschäftsführer des in Münster ansässigen 3D-Druck-Dienstleisters Urbanmaker als Referenten eingeladen, und die hatten eine ihrer Maschinen im Gepäck. Innerhalb weniger Minuten war der Drucker startklar und begann eine Gewindespindel aus Kunststoff zu fertigen, die in der Textilindustrie zum Einsatz kommen soll. „Große Unternehmen setzen 3D-Drucktechnik bereits systematisch ein, Airbus macht es, Siemens macht es“, weiß Christian Holterhues. Für die stark mittelständisch geprägte Wirtschaftsregion Kreis Coesfeld sei es jetzt um so wichtiger, betonte der Projektleiter, dass die ansässigen Unternehmen prüfen, inwieweit sich 3D-Druck-Verfahren in ihre Prozessketten einbinden lassen. „Es geht darum, die eigenen Prozesse zu überdenken, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und gegebenenfalls neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, erläuterte Holterhues und ergänzte: „Gerade für Unternehmen, die Kleinserien und Prototypen fertigen, ist der 3D-Druck wirtschaftlich spannend.“ Noch nicht ausgelotet sind die Grenzen dieser Produktionsverfahren. So kommen in China bereits ganze Autos und Häuser aus dem Drucker. „Die Innovationsvielfalt ist immens, und was gestern noch unmöglich war, kann morgen schon Alltag sein“, sagte Urbanmaker-Geschäftsführer Max Tönnemann.

Die wfc hat, gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Coesfeld und dem Kompetenzzentrum Coesfeld – Institut für Geschäftsprozessmanagement, die Initiative „3D-Druck für den Mittelstand“ gestartet, um die Unternehmen der Region bei Fragen um den 3D-Druck zu unterstützen. So bietet die wfc zum einen eine individuelle Beratung an. Zum anderen lädt die Initiative zu Veranstaltungen und Workshops ein. Nächster Termin ist Dienstag, 24. Mai 2016, 17:00 bis 19:00 Uhr, in der Kreishandwerkerschaft Coesfeld. Das Thema lautet: „Additive Fertigung aus Metallwerkstoffen: Technologischer und wirtschaftlicher Überblick zum Stand der Technik“. Ansprechpartner für Unternehmen, die mehr über 3D-Druck und Fördermöglichkeiten erfahren wollen, ist wfc-Innovationsberater Christian Holterhues (Tel.: 02594 / 78240-26).

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

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